Das Herzstück von Raumwelten ist die Konferenz mit den fünf Panels, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise das jeweilige Motto beleuchten. Daneben erweitern Keynotes und das Zusammentreffen von Hochschulen mit der Branche bei Raumwelten Talent das Spektrum der Konferenz.

Eine vollständige Programmübersicht von Raumwelten finden Sie hier.

Panel Medien/VR: „Think New Spatial System Now!“

Donnerstag, 19. November, 10:30 Uhr // Kunstzentrum Karlskaserne, Reithalle

Im Lockdown waren Kultureinrichtungen wie Museen und Theater gezwungen, ihre Objekte und Werke neu zu kuratieren und innovative Wege der Vermittlung zu finden. Sie haben uns vorgemacht, wie virtuelle Räume neu gestaltet werden können. Das reale Erlebnis jedoch fehlt oft, wir brauchen den physischen Kontakt wieder, die soziale Dimension. Wie wichtig ist der reale Raum?

Wie die Um-Übersetzung von Inhalten in realen und virtuellen Räumen in Museen, Ausstellungen sowie Konzerthäusern und Theatern in Zukunft aussehen könnte, diskutiert die Kuratorin Charlotte Tamschick mit folgenden Speakern:

Jeppe Hein (Künstler, Berlin), Nathalie van Sasse van Ysselt (Madison Square Garden, New York), Patrik de Jong (Artificial Rome, Berlin), Cedric Kiefer (onformative, Berlin), Franziska Ritter (1&1 Concerts, Berlin)

Panel Hochschulen und Wirtschaft:

Scenography & Experience Design: Quo vadis? Eine „Pecha Fooda“ zur Zukunft unserer Branche

Donnerstag, 19. November, 13:00 Uhr // Kunstzentrum Karlskaserne, Reithalle

In diesem Panel geht es nicht um die Folgen von Corona. Sondern um Längerfristiges.
Die Kernfrage lautet: In welchen Räumen wollen wir morgen leben?
Die Fachfrage dazu: Was wollen wir, Szenografinnen, Experience Designerinnen für diese Räume der Zukunft leisten? Spielräume, Wissensräume, Naturräume, Unorte, Sporträume, Arbeitsräume, Lernräume, Gartenräume, Markenräume, Heilräume, Ritualräume, virtuelle Räume, Sterberäume… Die Vielfalt ist groß – unser Anspruch, solche Räume proaktiv zu verbessern aber noch nicht groß genug. Um hier etwas zu ändern, müssen wir Gestaltung und Design auf spätere Phasen des Projekts verschieben. Und eine stärkere Phase 0 erkämpfen: das Konzept. Was wird in den o.g. Räumen erzählt und/oder erklärt? Welches Spiel läuft ab? In welche Rolle oder welches „Mind Set“ schlüpfen die Nutzer?
Kümmern wir uns nun verstärkt um Phase 0, haben wir in Zukunft sehr viel zu tun. Interessieren wir uns wie zu oft nur für das Design, schaffen wir uns selbst ab.

Um diese These facettenreich zu erkunden haben wir: eine Reihe von Vorträgen à 5 Minuten, dazwischen immer 5-minütige Pausen, sowie Fingerfood unter der Hand.
Ausgemacht wird: Flüstern während der Vorträge, Plappern während der Pausen.
Und ein gemeinsamer, entspannter Spaziergang mit Sven Klomp findet dazu statt. „Pecha Fooda“ nennen wir das Format.

Kuratiert von Jean-Louis Vidière Ésèpe

Speaker: Ruth Scheel (FHNW Basel), Jimmy Schmid (Institute of Design Research, HBK Bern), Domenico Bergamin (ehem. Steiner Sarnen Schweiz), Nik Hafermaas (Graft Brandlab, Berlin), Carina Ernst (VerA – Verband der Ausstellungsgestalter in Deutschland e.V., Berlin), Simon J. Walter (Stiftung Deutsche Bestattungskultur, Düsseldorf), Manuel Peris (FH Kaiserslautern), Jan und Sophia Firgau (FH Dortmund), Rike Gloy-Brüchmann (Muthesius Kunsthochschule Kiel), Michi Hollstein & Caro Weiss (aroma, Zürich)

Panel Natur-Raum-Land:

Install New Nature Now: New Staging of Nature

Donnerstag, 19. November, 16:00 Uhr // Kunstzentrum Karlskaserne, Reithalle

Die Naturbühne inszeniert sich selbst am besten, sie arbeitet subtil mit Licht und Schatten, mit Farben, mit Sound, sie stellt bestimmte Objekte in den Vordergrund. Hüllt sie ein und enthüllt sie. Sie ist narrativ – erzählt Geschichten und stellt ein immersives, emotionales Erlebnis dar, das einen im Wandel von Wetter, Tages- und Jahreszeiten räumlich umgibt ….

Dies alles sind Parameter und Methoden, die in der Szenografie, eine wichtige Rolle spielen.  Ist im Medien-Panel der kleinstmögliche Raum, die Psyche, Ausgangspunkt der Diskussion, so geht es in diesem Panel um den großen Naturraum, der gerade in diesen Zeiten so stark auch für kulturelle Inszenierungen an Bedeutung gewinnt. Darüber hinaus geht es um die Frage, welche Transformationen im ländlichen Raum momentan neben den großen Inszenierungen stattfinden. Findet nach der Industrialisierung des ländlichen Raumes eine Urbanisierung statt? Ist das Rurale möglicherweise die Lösung im Zeitalter der Pandemie? Und welche neuen sozialen und kulturellen Nutzungsformen von Räumen entstehen aufgrund dieser Tendenz?

kuratiert von Charlotte Tamschick und Ulrich Wegenast

Speaker: Hubert Lepka (Lawine Torrén, Moosdorf/AT), Thomas E. Bauer (Kulturgranit, Konzerthaus Blaibach) und Heike Bruckner (BRUCKNER Ganzheitliche Planung, Bregenz/AT) & Armin Ebenhoch (Landwirt & Bauherr, Röthis/AT)

Panel Formate: Uploading New Formats

Freitag, 20. November, 10:30 Uhr // Kunstzentrum Karlskaserne, Reithalle

Allen Unkenrufen zum Trotz hat die Szenografie aufgrund der COVID-19-Pandemie kein jähes Ende gefunden. Aber wir alle mussten und müssen noch immer radikal umdenken! Denn gerade wegen – und nicht trotz – der schwierigen Lage für Messen, Events, Museen, Handel, Theater sowie weitere Kulturinstitutionen haben sich neue Formate entwickeln müssen. Wir möchten einen Einblick in diese aktuellen und noch entstehenden Begegnungs- und Vermittlungsformate geben: Welche konkreten Formate sind in den letzten Monaten gereift? Gibt es schon erste Erfahrungswerte? Wie können die neugewonnen Erkenntnisse weiterentwickelt werden? Was können die Branchen voneinander lernen und wie könnten sie gemeinsame Wege beschreiten? Kann die Zukunft der Szenografie durch die veränderten Formate gesichert werden?

Über diese und andere Fragen diskutieren wir mit unseren Gästen, die uns dabei von ihren Ideen und konkreten Projekten hybrider Events und Messen, der digitalen Erweiterung des Theaterraums, virtuellen Museumsplattformen ebenso wie den Abstandsregeln folgenden, analogen Kulturerlebnissen berichten.

Kuratiert von Janina Poesch und Sabine Marinescu

Speaker u.a.: Johannes Plass (Mutabor, Hamburg), Constanze Fischbeck (HfG, Karlsruhe), Franziska Ritter (TU Berlin) & Pablo Dornhege (UdK Berlin), Marina Bauernfeind (nextmuseum.io, Ulm/Düsseldorf)

Panel Architektur:

Install New Utopia – Über die Notwendigkeit von Utopien in der Architektur

Freitag, 20. November, 14:00 Uhr // Kunstzentrum Karlskaserne, Reithalle

In der Zeit vor der Corona-Zäsur wurde das Wort ‚neu‘ gerne aus Marketinggründen eingesetzt. Eine ‚neue‘ Zusammensetzung eines Reinigungsmittels verkauft sich besser, verspricht sie doch den letzten Stand der technischen Entwicklung in sich zu tragen. In der Disziplin Architektur hingegen werden Modisches und Marketing abgelehnt, man ist stolz darauf, wenn Häuser aussehen, als ob sie immer schon dagewesen wären. Oder man referiert an Vitruv und die Grundkonstanten architektonischer Gestaltung.

Gerade jetzt wäre Innovation mehr denn je gefragt. Ein geeigneteres Attribut zur Auswahl wäre sicherlich ‚relevant‘, denn auch wenn viele bekannte Themen noch relevant sind, gibt es Entwürfe und architektonische Visionen, die sowohl ‚relevant‘ als auch ‚neu‘ sind. Relevant, weil sie versuchen, Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu entwickeln. Und neu, weil sie andere Ideen und Denkansätze einbringen, um mögliche Zukunftsszenarien anschaulich zu machen. Oft geht es um ein radikales Weiterdenken bereits vorhandener technischer Möglichkeiten im Sinne von Szenarien für mögliche Zukunftsvarianten.

Eine Reihe unterschiedlicher Ansätze zeigt das erweiterte gestalterische Feld, in dem Architekt*innen relevante Beiträge zum Umgang mit Ressourcen und Klimawandel, Digitalisierung und sozialen Prozessen erarbeitet haben. Ansätze, die Lust auf neue Räume machen.

Kuratiert von Tobias Wallisser

Speaker: Gilles Retsin (AUAR – Automated Architecture, London) und Dirk Hebel (Karlsruher Institut für Technologie – KIT, Fachgebiet Entwerfen und nachhaltiges Bauen), Ren Yee (UNStudio, Amsterdam)