2020 – Eine Pandemie, die uns alle fordert:  Was bis dato so nebenher lief, ist plötzlich Alltag geworden. Wo Social Media, YouTube, digitale Konferenzen, Film und Medien Instrumente waren, die zusätzlich unseren Umgang mit Theater inspirierten, wurden diese plötzlich zu einem neuen Lebensraum, der Kunst und Kommunikation bestimmte.
Können sich die Kunst im Allgemeinen und die darstellenden Künste im Besonderen in diesem neuen Raum behaupten? Wo liegen die Chancen? Wo gibt es Grenzen des Machbaren? Wo entstehen Leerstellen und Lücken? Sind Leerstellen ein Mangel? Oder nicht doch Räume, die zu füllen sind mit Anderem, Neuem?
Unsere Student*innen haben in dieser Zeit mit ihrer Fantasie, ihrem kreativen Engagement und dem Willen, sich der neuen Situation zu stellen, erstaunliche Projekte entwickelt, haben sich den digitalen Raum als neuen Kunstraum versucht zu erobern.
Und alle haben wir daraus gelernt – auch die Dozent*innen und das Team rundherum: kein Ersatz für einen gemeinschaftlich erlebten Theaterabend, aber auch nicht nur Verlust. Denn weitere Möglichkeiten und Kunst-Räume für die darstellenden Künste ergeben sich, machen neugierig und regen die Fantasie an. Gleichzeitig ergeben sich tiefgreifende Überlegungen über die zukünftige Beziehung von Kunstproduktion und Betrachtung – eine neue Welt der Kommunikation, des Dialogs, des Austausches und des Erkennens.

Wir wünschen Raumwelten 2020 in diesem Sinne viel Erfolg.
Prof. Dr. Elisabeth Schweeger

Künstlerische Direktorin/Geschäftsführerin
Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg GmbH