Raumwelten lädt in diesem Jahr vom 22. bis 25. November die Kreativszene und Unternehmen ein, die Schnittstellen zwischen Szenografie, Architektur und Medien zu erleben. Vor und nach der FAMAB AWARD-Preisverleihung profitieren die Gäste von FAMAB und Raumwelten von inspirierenden Case-Studies, spannenden Keynotes sowie Workshops mit erstklassigen nationalen und internationalen Referenten. Hier treffen visionäre Architektur auf Markenkommunikation, digitale Medien auf Live-Kommunikation sowie Messe- und Museumsgestaltung. Aktuelle Trends der Branche und praxisnahe Expertentipps machen Raumwelten zum Branchenhighlight im Bereich Kommunikation im Raum. Der Raumwelten-Pavillon „Lichtwolke“ lädt auch in diesem Jahr zum Networken und Socializing ein.

Raumwelten richtet sich an Gestalter, Agenturen, Architekten, Szenografen sowie Entscheider und Auftraggeber aus der Wirtschaft.

In den kommenden Wochen werden wir das Programm für 2017 aktualisieren.

Hier können Sie das Kongress-Programm von 2016 downloaden.

„Ordnung! Transformation räumlich gestalten und inszenieren“

Im Zeitalter der Transformation, Globalisierung und Digitalisierung ist der Ruf nach „Ordnung“ unüberhörbar. Die Verunsicherungen, die der kulturelle und ökonomische Veränderungsprozess mit sich bringt, befördern den Wunsch nach einfachen Konzepten und alten Modellen, die mitunter in Nationalismus, Fundamentalismus und Nostalgie münden. Es besteht kein Zweifel darin, dass auch Transformation und disruptive Technologien neue Regeln und Strukturen brauchen. Die Frage, die sich Raumwelten 2017 dabei stellt, ist, wie kann der Wandel kreativ und konstruktiv gestaltet werden? In diesem Zusammenhang spielt der reale und virtuelle Raum, eine entscheidende Rolle, da er die Begegnung zwischen Menschen, zwischen unterschiedlichen Kulturen, aber auch zwischen Kunden und Produkten strukturiert und inszeniert. Gerade im unübersichtlichen Zeitalter der Digitalisierung, Interaktivität und Individualisierung erhalten die Räume – als Arbeits-, Wissens- und Freizeitwelten – eine Bedeutung, die weit über die Funktion hinausgeht: Emotion und Narration, Spiel und Erlebnis treten in den Vordergrund, während im Hintergrund neue, auf Algorithmen und künstlicher Intelligenz basierende Ordnungs- und Gestaltungsprinzipien etabliert werden…

 

Bei Raumwelten werden in sogenannten Punktlandungen, den Workshops „ABC der Szenografie“ und den fünf Panels – Arbeitswelten, Business, Wissensräume, Szenografie und Architektur – herausragende Praxisbeispiele gelungener Transformationsprozesse und neuer räumlicher Ordnungen präsentiert und diskutiert.

Die Panels im Überblick

Die Raumwelten-Kuratoren werden auch in diesem Jahr die Panels des Kongress Programm betreuen. Mehr Infos zu den Kuratoren hier.

Arbeitswelten erfahren derzeit eine fundamentale Neuordnung. Unternehmen sind gehalten, immer schneller und organischer auf aktuelle Veränderungen zu reagieren: technologische Neuerungen, knappe Ressourcen, globale Märkte oder den „War for Talents“. Digitalisierung, Entrepreneurship, Open Innovation und agile Managementmethoden sind Teil der neuen Unternehmenskultur, die Prozesse, Organisation, Kommunikation und letztendlich auch die Arbeitsräume grundlegend verändern wird. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in den zunehmend automatisierten Produktionsabläufen bedeutet ebenfalls völlig neue Anforderungen an die räumliche Beschaffenheit. Wie können in den veränderten Unternehmen mit neuen Arbeitsformen, Räume qualitätsvoll inszeniert werden? Welche Möglichkeiten bieten intelligente technische Systeme für die Gestaltung der Arbeitswelten? Wie passen der Trend zur Granulierung in dezentrale, vernetzte Einheiten und der Neubau solitärer Unternehmenszentralen zusammen? Wann und wie kommt eigentlich endlich wieder Ruhe und Ordnung in das transformative Chaos?

Das Panel „New Order“ diskutiert aktuelle und zukünftige Entwicklungen und zeigt gut gestaltete, intelligente Raumproduktionen und Produktionsräume.

Gegenwärtig erleben wir eine zunehmende Individualisierung, Digitalisierung und  Beschleunigung der Produktion und damit eine größere Produktvielfalt. Wie lässt sich diese Vielfalt übersichtlich und systematisch räumlich präsentieren, und was bedeutet in diesem Zusammenhang der Begriff „Ordnung“?
Eine weitere Fragestellung gilt dem Messestand: Trotz begrenzter Ausstellungsfläche stellen höhere Besucherzahlen und Beratungsquoten ein maßgebliches Ziel dar. Diese Aufgabe ist nicht leicht zu lösen, kann eine andere (An-)„Ordnung“ der Kommunikation im Raum hier helfen? Und wie sähe diese aus?
Das Panel sucht anhand von bereits realisierten Praxisbeispielen nach umsetzbaren Ansätzen und konkreten Lösungen.

Durch die digitale Transformation vermehren sich Daten in immer kürzerer Zeit. Pure Wissensvermittlung kann dieser Informationsflut nicht mehr gerecht werden. Es gilt, andere Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert auszubilden, die mehr mit Verhaltensweisen als mit Faktenwissen zu tun haben: Kreativität, Zusammenarbeit, kritisches Denken, Kommunikation.

Diese Anforderung hat auch die Gestaltung von Wissensräumen radikal verändert: Bibliotheken sind zu Begegnungsplattformen mutiert, Wissenschaftsmuseen zum virtuellen Klassenzimmer und Forschungsabteilungen zu kollaborativen Labs mit Kunden und Lieferanten. Öffnung und Zugang heißen die neuen Ordnungsprinzipien und wie konkret diese umgesetzt werden, zeigt das Panel anhand herausragender Beispiele und ihrer Gestalter.

Die Besucher tun immer das, was sie wollen. Zum Glück! Und doch besteht eine unabdingbare Aufgabe der Szenografie darin, den Weg der Besucher klar vorzugeben, ihre Aufmerksamkeit zu lenken, ihren Blick zu führen, eine Dramaturgie zu „garantieren“ und damit letztendlich ihre Erfahrung zu formatieren. Kurzum: die Aufnahme bestimmter Inhalte sicherzustellen. Ob feines Regelwerk oder strenge Ordnung – es bleibt dabei: Die Besucher wollen Spielräume und Freiräume.

Das Panel untersucht anhand vorbildlicher Praxisbeispiele diese Spannung – zwischen dem Geplanten und dem wirklichen Geschehen, zwischen dem Formatieren und dem nötigen Freiraum, dessen Mangel immer zum Fiasko führt.

Beim Begriff Ordnung denkt man in der Architektur an formale Vorgaben oder Strukturen. Heute ermöglicht die Digitalisierung den Umgang mit Ordnungsprinzipien nie gekannter Komplexität und stellt gelichzeitig neue Werkzeuge zur Verfügung, mit denen die Ergebnisse von Regeln experimentell untersucht und visualisiert werden können.

An Stelle gestalterischer treten programmatische Vorgaben oder technische Randbedingungen. Neben Experten kann ein breites Publikum in Prozesse miteinbezogen werden, einzelne Gestalter können ein breites Spektrum unterschiedlicher Anordnungen und Strukturen betrachten. Selbst innerhalb bestehender Ordnungssysteme lassen sich neue Freiheiten für Gestaltung finden.

Das Panel zeigt Beispiele für Projekte mit außergewöhnlichen gestalterischen Ansätzen, entstanden aus einem anderen Umgang mit Vorschriften, Anordnungen oder digitalen Werkzeugen.